PET - Aktuelles

Aktuelle Artikel zum Kunststoff Polyethylenterephthalat (kurz PET).

Produktions- und Recyclingtechnologie bringt den PET-Kreislauf voran

PET-Flaschen sind ein Paradebeispiel für funktionierende Kreislaufwirtschaft. Einen wichtigen Beitrag dazu leisten innovative Technologien in Produktion und Recycling, die den PET-Kreislauf effizienter und ressourcenschonender machen.

PET-Flaschen gelten seit Jahren als Erfolgsmodell der Kreislaufwirtschaft. PET ist ein Vorzeigematerial und sein Potenzial entfaltet sich dann voll, wenn Materialentwicklung und technische Entwicklungen in Produktion und Recycling zusammenspielen. Unser Beitrag stellt ausgewählte Innovationen aus den Bereichen Maschinenbau und Verfahrenstechnik vor, die den PET-Kreislauf stärkenSie stehen exemplarisch für moderne Lösungen, die Energie und Material einsparen, Prozesse effizienter gestalten und neue Stoffströme für das Recycling erschließen. 

Infografik zum PET-Recycling 2024 im Mehrweg- und Einweg-Pfandsystem. 97,6 % des PET werden recycelt, mit nur 2 % Verlust im Prozess. 51,2 % Recyclingmaterial wird in der Produktion eingesetzt. Aus dem recycelten Material entstehen: 47,7 % neue PET-Getränkeflaschen, 22,9 % Folien, 10,5 % Textilfasern und 18,7 % sonstige Anwendungen. Quelle: GVM 2024, IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.

© GVM 2024 | IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen

In der Kreislaufwirtschafts-Debatte fällt der Blick oft zuerst auf das Material selbst. Im Mittelpunkt stehen dann meist Rezyklatanteile, sortenreine Erfassung und Recyclingfähigkeit. PET-Flaschen nehmen hier eine Vorreiterrolle ein (GVM, 2024)2023 lagen Sammel- und Recyclingquoten nahezu bei 100 Prozent. 96,1 Prozent der gebrauchten Flaschen wurden über das Pfandsystem zurückgegeben. Zugleich verbessern Optimierungsmaßnahmen wie Tethered Caps und ein reduzierter Materialeinsatz die Recyclingfähigkeit weiter. Der Rezyklatanteil in PET-Flaschen lag 2023 bereits bei über 51 Prozent und fast die Hälfte des recycelten PETs aus PET-Flaschen wurde erneut zu Flaschen verarbeitet.  

PET-Flaschen bilden Recycling-Symbol

© iStock | crPrin

Doch Materialentwicklung allein reicht nicht – technologische Innovationen sind genauso entscheidend. Denn hohe Quoten lassen sich auf Dauer nur sichern und weiter steigern, wenn auch die Produktions- und Recyclingtechnik konsequent weiterentwickelt wird. Erst das Zusammenspiel von Material, Maschinen sowie Prozessen bringt den PET-Kreislauf und damit Nachhaltigkeit voran. 

Kreislauffähigkeit beginnt mit effizienter Produktion 

Wie stark Effizienz und Kreislauffähigkeit zusammenhängen, zeigt unter anderem die Krones AG. Sie setzt auf integrierte und automatisierte Produktionslinien für PET-Preforms, Verschlüsse und Flaschen. Ein Beispiel ist das Ergobloc-Konzept, das Streckblasen, Etikettieren, Füllen und Verschließen in einem System bündelt – ganz ohne zusätzliche Fließbänder und Trockner. Das spart Energie, verkürzt Transportwege und reduziert Schnittstellen. Mit Ingeniq stellte das Unternehmen das branchenweit erste datengesteuerte, vollautomatische Anlagensystem für die Abfüllung von stillem Wasser in PET-Behältern vor. Zentrale Prozessschritte sind digital vernetzt und KI-gestützt optimiert, von der Preform-Eigenfertigung über die Hochgeschwindigkeitsabfüllung bis zur autonomen Materialversorgung. Die modularen, standardisierten Komponenten vereinen niedrige Gesamtbetriebskosten mit hoher Effizienz: Der Prefero-Spritzgießer verbraucht dank integrierter Rückgewinnung bis zu 20 Prozent weniger Energie als vergleichbare Maschinen. Der ErgoBloc L verarbeitet bis zu 100.000 Behälter pro Stunde und benötigt dabei bis zu 70 Prozent weniger Fläche als konventionelle Linien.  

PET Flasche mit Tethered Cap Verschluss

© Bild: iStock | gopixa

Auch Husky treibt die Weiterentwicklung seiner Produktionslösungen voranMit der neuen Generation der hypet6e-Plattform hat das Unternehmen ein Hochleistungssystem für den Spritzguss für die Massenproduktion vorgestelltEine fortschrittliche Vakuumtrocknungstechnologie ermöglicht es, rPET schneller, zuverlässiger und energieeffizienter zu verarbeiten. So können Hersteller den Rezyaklatanteil in ihren Verpackungen steigern, ohne Abstriche bei Qualität und Wirtschaftlichkeit. Besonders relevant für die Kreislaufwirtschaft ist zudem die neue Hycap Secure+-Verschlusstechnologie: Sie ermöglicht es, Flasche und Verschluss vollständig aus PET herzustellen. Dieser Monomaterial-Ansatz verbessert die Recyclingfähigkeit der gesamten Verpackung zusätzlich. 

Neue Stoffströme erschließen den Kreislauf weiter 

Während PET-Flaschen bereits fest im Kreislauf etabliert sind, besteht bei anderen Verpackungsformen noch Entwicklungsbedarf. Das gilt auch für PET-Trays, die nach PET-Flaschen die zweitgrößte PET-Fraktion in der haushaltsnahen Sammlung darstellen. Bislang fehlte jedoch ein funktionierender Kreislauf, denn PET-Trays sind deutlich anspruchsvoller im Recycling als FlaschenALPLArecycling hat nun ein patentiertes neues Verfahren entwickelt, das erstmals einen geschlossenen Kreislauf für PET-Trays ermöglicht: Aus gebrauchten Trays entstehen hochwertige Flakes, die sich direkt wieder für neue Trays einsetzen lassen. Dafür wurden bestehende Anlagen so angepasst, dass sie 100 Prozent Tray-Input zu 100 Prozent Tray-Flakes verarbeiten. Erste kommerzielle Mengen sind bereits am Markt verfügbar und zeigen, welches Potenzial in zusätzlichen, kreislauffähigen Stoffströmen steckt. 

Frischer Blattsalat in transparenter Kunststoffverpackung, grüne und rote Stiele, auf weißem Hintergrund.

© iStock | matsou

Von Bottle-to-Bottle zu Tray-to-Tray

Mit der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) gelten ab 2030 auch für PET-Schalen („Trays“) verbindliche Recyclingquoten. Ein funktionierender Kreislauf, wie ihn das Bottle-to-Bottle-Recycling von PET-Flaschen vormacht, ist bisher oft daran gescheitert, dass das Material meist stärker verschmutzt ist, aus schwer trennbaren Mehrschichten besteht und der Kunststoff beim Verarbeiten an Qualität verliert: Er wird weniger zäh und dadurch schneller spröde. 

 

In herkömmlichen Anlagen entstehen deshalb beim Recycling von Trays nur rund 20 Prozent klare Flakes. Entsorger und Sortierbetriebe mussten für diesen Stoffstrom bislang auf Rezyklat aus dem Flaschenrecycling ausweichen, doch Expertinnen und Experten arbeiten bereits an Lösungen. 

Leistungsfähige Technik für Recyclingprozesse 

Damit Stoffströme überhaupt im industriellen Maßstab verarbeitet werden können, braucht es leistungsfähige Recyclinglösungen. Dafür hat die Herbold Meckesheim GmbH unter anderem den hochmodernen mechanischen Trockner T 150-300 für großvolumigen Trocknungsanwendungen entwickelt. Er sichert eine konstant hohe Oberflächenreinheit bei hoher Trocknungseffizienz. Die Anlage verarbeitet bis zu 2,5 Tonnen Folien oder mehr als 10 Tonnen PET beziehungsweise Hartplastik pro Stunde. Ergänzt wird dies durch die Schneidmühle SMS 80-20, die für anspruchsvolle Recyclingprozesse ausgelegt ist. Sie zerkleinert Standardkunststoffe wie PET und Hartkunststoffe, wobei nur wenig sehr feines Material wie Staub oder kleine Partikel entstehen. Die Schneidmühle eignet sich ebenso für spezielle Anwendungen, etwa schwere Klumpen, zähe Fasern, dünne Folien oder große Materialmengen. Schnell wechselbare Messer verkürzen Stillstandzeiten und tragen dazu bei, die Betriebskosten niedrig zu halten. 

© iStock | Ziga Plahutar

Auch Krones Recycling arbeitet an einer effizienteren Aufbereitung. Mit dem MetaPure Compact hat das Unternehmen ein neues Waschmodul entwickelt, das Kunststoff bei deutlich reduziertem Wasser- und Energieverbrauch aufbereitetMöglich ist dies durch geschlossene Wasserkreisläufe im System. Das Ergebnis: hochwertiges Rezyklat in Form von Flakes, das sich auch zu lebensmitteltauglichen Pellets weiterverarbeiten lässt. Hinzu kommen Einsparungen ohne Abstriche bei der Qualität. Solche Technologien sind entscheidend, um Recyclingprozesse wirtschaftlich, qualitativ hochwertig und effizient zu gestalten. 

Innovationen als Schlüssel für mehr Kreislauffähigkeit 

Diese und viele weitere Beispiele in der Kunststoffverpackungsindustrie machen deutlich: Fortschritte im PET-Kreislauf entstehen durch das Zusammenspiel vieler Technologien. Recyclinggerechtes Verpackungsdesign, automatisierte Produktionslinien, neue Verfahren für bislang schwer recycelbare Anwendungen und leistungsfähige Recyclingtechnik stärken die Verbindung zwischen Entwicklung, Produktion sowie Wiederverwertung und fördern somit die Kreislauffähigkeit von PET. 

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